Nicolas Marette veröffentlicht einen technischen Leitfaden, um Unternehmen auf die Protokolle Agentic Commerce Protocol (ACP) und Universal Commerce Protocol (UCP) von Google vorzubereiten, die neu definieren, wie Marken im Rahmen des Online-Kaufprozesses mit KI-Agenten interagieren.
UCP, im Januar 2026 angekündigt, ist bereits operativ: Seit dem 11. Februar 2026 nutzen Wayfair und Etsy es für direkte KI-gesteuerte Käufe. Das Protokoll stützt sich auf sechs Kernfunktionen: Produktentdeckung für KI-Agenten, Warenkorbverwaltung mit komplexen Preisregeln, Identitätsverknüpfung via OAuth 2.0, Checkout-Prozess, Bestellverwaltung via Webhooks und branchenspezifische Erweiterungen.
Der Artikel betont, dass schema.org das wesentliche Fundament dieser Transformation bleibt. Obwohl UCP JSON-Schemas verwendet, bleiben strukturierte Daten der „Zement, der alle Ontologien zusammenhält“, der es KI-Agenten ermöglicht, das E-Commerce-Ökosystem zu verstehen und zu navigieren. Die Konfiguration von Merchant Center wird entscheidend: verpflichtende Rückgaberichtlinien, Kundensupport-Informationen, das Attribut native_commerce für die Zahlungsberechtigung und eindeutige Produktkennungen.
Ein wesentlicher Paradigmenwechsel betrifft die konversationellen Attribute: Produkt-FAQs, kompatibles Zubehör, Ersatzprodukte, Cross-Selling-Möglichkeiten und angereicherte Beschreibungen (zum Beispiel „Wolf“ statt eines generischen „Lila“). Diese Daten entsprechen den Entdeckungsmustern der KI-Ära, in der Agenten Kataloge mit beispielloser Granularität abfragen.
Der Autor nutzt den visuellen Diffusionssimulator von WordLift, um zu zeigen, wie sich ein einzelnes Produktbild in mehrere Suchintentionen aufschlüsselt, und offenbart dabei die Attribute, die KI-Agenten bei der Verteilung von Produkten priorisieren.
Die UCP-Roadmap sieht Erweiterungen in Richtung Warenkörbe mit mehreren Artikeln, komplexe Werbeaktionen, standardisierte Treueprogrammverwaltung, Support nach dem Kauf, erweiterte Personalisierungssignale sowie eine Ausweitung auf Reisen, Dienstleistungen, digitale Güter und Hotellerie vor.
Der Artikel unterstreicht die Bedeutung von Social Proof durch Dritte: Bewertungen von Plattformen wie Trustpilot, G2 oder Custplace werden häufig von LLMs zitiert und bestätigen die Integrität der Produktdaten.
Der Schluss ist ein Aufruf zum Handeln in fünf Schritten: der UCP-Warteliste beitreten, das Merchant Center konfigurieren, technische Teams anhand der UCP-Dokumentation schulen, konversationelle Attribute ausfüllen und Schema-Implementierungen auditieren. Marette warnt, dass sich diese Transformation schneller vollzieht als frühere Umbrüche im E-Commerce und dass Marken, die eine abwartende Haltung einnehmen, bereits im Rückstand sein werden, wenn der vollständige Rollout erfolgt.