Dieses Dokument stellt ein vollständiges pädagogisches Curriculum zur Beherrschung von Claude Code dar, dem agentischen CLI-Tool von Anthropic. Es ist in 12 Module (A1 bis A12) mit insgesamt rund 60 Lektionen gegliedert und folgt einer strukturierten Progression von grundlegenden Konzepten bis zu fortgeschrittenen Best Practices, mit einer geschätzten Dauer von 3 bis 5 Stunden.

Grundlagen (A1): Agentisches Programmieren stellt einen Paradigmenwechsel dar, bei dem der Entwickler vom zeilenweisen Schreiben zur Orchestrierung von KI-Agenten übergeht. Claude Code zeichnet sich durch seinen Terminal-first-Ansatz aus und bietet Zugriff auf drei Modelle (Haiku, Sonnet, Opus), die für unterschiedliche Komplexitätsgrade geeignet sind.

Erste Schritte (A2-A3): Die Installation erfolgt mit einem einzigen Befehl (curl oder npm). Der konversationelle Workflow basiert auf spezifischen, kontextualisierten Prompts. Vier goldene Regeln des agentischen Promptings: spezifisch sein, Kontext liefern, Einschränkungen angeben, jeweils ein Ziel verfolgen. Der Workflow Explore → Plan → Code wird von Anthropic für komplexe Aufgaben empfohlen.

Befehle und Speicher (A4-A5): Die wesentlichen Slash-Befehle (/init, /clear, /compact, /cost, /model, /rewind) strukturieren die tägliche Arbeit. Das vierstufige hierarchische Speichersystem (Enterprise Policy, projektbezogene CLAUDE.md, Project Rules, User CLAUDE.md) ermöglicht es, Kontext zu teilen und anzupassen. Auto Memory erlaubt es Claude, zwischen Sitzungen eigene Notizen zu schreiben.

Sicherheit und Kontext (A6-A7): Vier Berechtigungsmodi (Normal, Auto-accept, Plan, Bypass) bieten ein Spektrum zwischen Kontrolle und Autonomie. Die Betriebssystem-Sandbox (Seatbelt unter macOS, bubblewrap unter Linux) isoliert Befehle auf Kernel-Ebene. Das Kontextfenster mit 200.000 Token erfordert eine aktive Verwaltung über /compact und /clear.

Integrationen (A8-A10): Claude Code zeichnet sich durch seine Git-Verwaltung aus (intelligente Commits, Konfliktlösung, automatisierte PRs). MCP (Model Context Protocol) verbindet Claude Code mit externen Tools (GitHub, Brave Search, Datenbanken). Der Headless-Modus (Flag -p) ermöglicht die CI/CD-Integration über GitHub Actions mit Budgetkontrolle.

Fortgeschrittene Anpassung (A11-A12): Benutzerdefinierte Slash-Befehle (.claude/commands/), Skills (automatisch erkannte SKILL.md-Dateien), spezialisierte Subagenten und deterministische Hooks (11+ Events) ermöglichen umfassende Automatisierung. Die fünf professionellen Muster (Explore→Plan→Code→Test→Review, Context priming, iterative Verfeinerung, Model surfing, Session hygiene) bilden die Grundlage für die Expertenbeherrschung.

Jede Lektion integriert einen provokanten sokratischen Einstieg, eine geführte Erkundung, einen Tutor-Lernenden-Dialog, eine praktische Übung und eine FSRS-Karteikarte für verteiltes Wiederholen.