Im Oktober 2025 veröffentlichte Josh Bersin einen Übersichtsartikel, der den CHRO als zentralen Architekten der KI-Transformation im Unternehmen positioniert. Seine zentrale These eröffnet den Artikel: „AI transformation is not about technology: it's about work, jobs, and people.“ Dieser Beitrag entpersonalisiert den Fall Moderna, indem er zeigt, dass unter den CHROs großer Unternehmen eine konzertierte strukturelle Bewegung im Gange ist.

Der Artikel stützt sich zunächst auf ein Interview mit Patricia Frost (CHRO von Seagate), einer ehemaligen Militärführungskraft mit dem Motto „Leave No One Behind“. Frost bringt die Haltung des CHRO unmissverständlich auf den Punkt: „I am front and center. Every CHRO needs to be front and center in the AI conversation. They need to be leading.“ Ihre Strategie für 2025: die Ängste der Belegschaft reduzieren und allen dieselben Tools und Schulungen zur Verfügung stellen. Sie betont die Rolle der mittleren Führungsebene als bislang unterinvestierte „powerhouse“.

Anschließend entfaltet Bersin einen Überblick über Peer-CHROs, die die KI-Transformation in ihren Unternehmen anführen: Jacqui Canney (Chief People and AI Transformation Officer, ServiceNow) mit ihren Mantras „learn AI, use AI, build with AI“; Tanuj Kapilashrami (Standard Chartered); Helen Russell (HubSpot, zuvor Rivian); Tracey Franklin (Moderna), der attestiert wird, „pioneered the adoption of AI throughout all HR and management“ zu haben; Jin Montesano (Lixil); Kathleen Hogan (Microsoft). Bersin fügt hinzu, dass er in Asien über 40 CHROs bei Grab, DBS Singapore, Hitachi, TSMC, SAP und LinkedIn getroffen hat.

Er identifiziert vier gemeinsame Strategien. (1) AI Readiness and Capabilities: KI verläuft bottom-up, nicht top-down, ähnlich wie die Verbreitung des PCs in den 1980er-Jahren. Jeder Mitarbeitende muss zum „Superworker“ werden, durch Experimentieren und eine Kultur des Teilens — nicht durch Produktivitätsdrohungen. (2) Technology Platforms for Everyone: Schaffung eines „single pane of glass“ / „front door to work“, zentriert auf die Mitarbeitererfahrung, kein Teams-Klon. SAP Joule wird genannt. (3) Deciding Who and How to Hire (or Not): „dynamic org design“, interne Umverteilung statt Stellenbesetzung. Talent Acquisition wird zur „precision science“, mit neuen Vergütungsmodellen, Stellenbezeichnungen und dem Konzept der Talent Density. (4) Enabling and Developing Leaders (Supermanagers): SAP, Microsoft, L'Oreal, Walmart haben ihre Führungsmodelle neu gestaltet. Aphorismus: „AI is not a technology we 'delegate to others'.“

Der Artikel schließt: „CHROs are more important than ever. We have a decade of business transformation ahead.“

Bersin zeichnet damit den Beitrag, der die Anekdote Moderna zu einem Branchensignal macht: Tracey Franklin ist eine Pionierin, aber nicht isoliert. Der CHRO wird im dominanten HR-Tech-Narrativ offiziell zum Architekten der KI-Transformation — nicht länger zur Unterstützungsfunktion der IT.