Nicolas Martignole (Le Touilleur Express) veröffentlicht – gemeinsam verfasst mit **GLM-5.2** und **MiniMax-M3** – **« The Token Manifesto »**: eine Persiflage des **Manifeste Agile** (2001), übertragen auf die Ära der LLMs, in der die Werteinheit nicht mehr die Ingenieurstunde, sondern das **Token** ist. Vier Werte: *kurze System-Prompts statt raffinierter System-Prompts*, *ein klares Beispiel statt drei Absätzen Erklärung*, *iteratives Vorgehen in kleinen Schritten statt das gesamte Lastenheft auf einmal abzuladen*, *Ausgabe in einem festgelegten Format statt das Modell frei improvisieren zu lassen*. Zwölf Prinzipien unterlaufen die des Agilen Manifests eines nach dem anderen — „Einfachheit, die Kunst, die Menge an Arbeit zu maximieren, **die nicht vom Modell erledigt wird**“, „selbstorganisierende Teams, die Wiederholungen erkennen und einmal dokumentieren“, „regelmäßige Reflexion **bevor die Monatsrechnung eintrifft**“. Unter dem Humor („nervöses Starren auf eine Nutzungsanzeige“) verbirgt sich eine ernsthafte These: Der eigentliche ökonomische Engpass KI-gestützter Entwicklung ist nicht mehr die Geschwindigkeit, sondern das **Token-Budget** und die **Ökonomie des Kontextfensters**. Zwei Pointen beschließen den Text: **« Du hast kein Prompt-Problem. Du hast ein Kontextfenster-Problem. »** und **« Jeder ist ein Prompt Engineer, bis das Monatskontingent aufgebraucht ist. »** Bemerkenswert ist das Meta-Augenzwinkern: ein Manifest zur Token-Sparsamkeit, gemeinsam *mit* Modellen verfasst.
SFEIR-Analysenotiz, die den Beruf des Softwarearchitekten im Zeitalter generativer KI anhand des Rahmenwerks von **Gregor Hohpe** (*The Software Architect Elevator*) neu untersucht. Zentrale These: Der „**Orakel**"-Architekt — der Inhaber überlegenen Wissens, der Regeln vom Elfenbeinturm aus diktiert — ist obsolet, da KI Code und Vorschläge auf Abruf generiert; der moderne Architekt wird zum **Intelligenzverstärker (IQ Amplifier)**, der Teams mentale Modelle, Geschäftskontext und Entscheidungswerkzeuge bereitstellt, um KI zu nutzen und dabei die Kohärenz des Systems zu gewährleisten. Das Dokument gliedert die Auswirkungen **Stockwerk für Stockwerk des „Architect Elevator"** (Enterprise-/Solution-/Platform-/Software-Architekt) und plädiert für **Domain-Driven Design (DDD)** als wesentliche Absicherung: Die **Ubiquitous Language** dient als Grundlage für *System Prompts* (ein über `.clinerules`/Vorlagen injiziertes Domänenwörterbuch, das Halluzinationen und fachliche Fehlinterpretationen reduziert), und **Bounded Contexts** begrenzen den der KI anvertrauten Geltungsbereich, um die Zuverlässigkeit der Generierung zu maximieren. Fazit: KI ist keine Bedrohung, sondern ein Katalysator, der den Architekten von technischer Routinearbeit entlastet, um Synthese, strategische Vision, Modellierung und die menschliche Verbindung zwischen Technik und Business in den Vordergrund zu stellen. Themenbereich: Softwarearchitektur, Rolle des Architekten, DDD, strukturiertes Prompting, KI-Governance im Unternehmen.
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