Ankündigung, veröffentlicht im Stripe-Blog am 29. April 2026 von Dan Hill, Product Manager Link Consumer Product, im Anschluss an die Keynote von Stripe Sessions 2026: Link's wallet for agents, aufgebaut auf Issuing for agents.

Die Diagnose. Agenten sind leistungsfähig geworden, aber das Einkaufen im Internet bleibt für sie schwierig. Und vor allem: "While machine payments protocols are still gaining adoption, agents need to work with the payment options sellers and consumers use today." Vom Mitautor des Agentic Commerce Protocol stammend, ist die Aussage bemerkenswert — Stripe räumt ein, dass maschinennativen Protokollen die nötige Zugkraft fehlt, und liefert stattdessen einen Adapter zu bestehenden Rails.

Der Mechanismus. Der Verbraucher gewährt dem Agenten Zugriff auf sein Link-Wallet über einen standardmäßigen OAuth-Flow. Der Agent stellt daraufhin eine spend request aus und erhält entweder eine Einmalkarte, oder ein Shared Payment Token, gedeckt durch die bereits hinterlegten Karten und Bankkonten. "The agent never gets access to your raw payment credentials." Die Credential ist scoped nach Betrag, Währung und Händler, und der Agent muss den Kontext der Transaktion beifügen — das CLI-Beispiel betrifft ein für 35 $ als Geschenk gekauftes Serum. Der Verbraucher genehmigt im Web oder in den neuen Link-Apps für iOS und Android und behält dort die Ausgaben sowie die verbundenen Agenten im Blick.

Die Einschränkung wird als solche eingestanden: "Today, each request requires the person's review before the credential is shared with your agent." Eine menschliche Freigabe pro Transaktion. Ausgabenlimits und Fälle des Handelns ohne zusätzliche Freigabe sind angekündigt, nicht ausgeliefert — ebenso wie agentic tokens, Stablecoins und andere Zahlungsmethoden.

Die zweite Schicht. Issuing for agents öffnet die Issuing-APIs für jeden, der sein eigenes agentisches Wallet bauen will: virtuelle Einmalkarten, Guthabenverwaltung, Ausgabenkontrollen, Berechtigungen auf Kartenebene, Betrugsschutzkontrollen bei der Autorisierung, Echtzeit-Transparenz. Vier Anwendungsfälle werden genannt — interne Ausgabenautomatisierung, bei Fintechs eingebettete Karten für die Spesenverwaltung, vertikale SaaS-Plattformen, die an KMU-Kunden unter eigener Marke ausgeben, Marktplätze, deren verkaufende Agenten Lieferanten und Logistik bezahlen. Drei von vier sind B2B: die anvisierte Monetarisierung ist die delegierte Kartenausgabe, wobei das Verbraucher-Wallet als Schaufenster und Anschubhilfe dient — Link beansprucht mehr als 200 Millionen Verbraucher.

Vorbehalte. Die Freigabe pro Transaktion wird als Bequemlichkeit dargestellt, obwohl sie in Wirklichkeit ein Eingeständnis ist, dass die delegierte Autorisierung von Agenten nicht gelöst ist; sie schließt Mikrozahlungen faktisch aus. Der Artikel schweigt zudem zur Haftung bei einem irrtümlichen, aber ordnungsgemäß autorisierten Kauf, zur europäischen Compliance (PSD2, starke Authentifizierung) sowie zu der Tatsache, dass der Händler, der nur eine gewöhnliche Karte sieht, jede agentenbewusste Policy verliert.