Im Dezember 2025 kündigte Meta die Übernahme von Manus an, einem in Singapur ansässigen Startup, das auf autonome KI-Agenten spezialisiert ist, für mehr als 2 Milliarden US-Dollar. Diese Transaktion stellt die drittgrößte Übernahme in der Geschichte von Meta dar, nach WhatsApp und Scale AI.
Manus zeichnet sich durch seine „agentische" KI-Technologie aus. Im Gegensatz zu konversationellen Chatbots wie ChatGPT kann Manus einen komplexen, mehrstufigen Auftrag entgegennehmen und ihn eigenständig ausführen. Der Nutzer kann seinen Computer schließen, während die KI in der Cloud weiterarbeitet, und erhält eine Benachrichtigung, sobald die Aufgabe abgeschlossen ist.
Die technische Architektur beruht auf einem Multi-Agenten-System, in dem spezialisierte Subagenten (Planner, Executor, Knowledge Specialist, Verifier) zusammenarbeiten und sich gegenseitig überprüfen, wodurch Fehler und Halluzinationen reduziert werden. Das Startup gibt an, den „Deep Research"-Agenten von OpenAI beim GAIA-Benchmark übertroffen zu haben.
Der Verlauf der Bewertung veranschaulicht die Begeisterung für diese Technologie: 100 Millionen US-Dollar Ende 2024 unter dem Namen „Monica", 500 Millionen US-Dollar im April 2025 nach dem Wechsel zu Manus und einer von Benchmark angeführten Finanzierungsrunde, dann mehr als 2 Milliarden US-Dollar zum Zeitpunkt der Übernahme.
Die geopolitische Dimension macht diesen Deal historisch. Manus wurde in China vom Unternehmer Xiao Hong gegründet, mit bedeutenden chinesischen Investoren (Tencent, HongShan, ZhenFund). Im Kontext des technologischen Kalten Krieges zwischen den USA und China erschien eine solche Übernahme politisch unmöglich.
Der strategische Kniff war die Verlagerung des Unternehmens von China nach Singapur Mitte 2025, einem neutralen und angesehenen Drehkreuz. Dieser Schritt machte Manus für ein US-Unternehmen „übernahmefähig". Im Rahmen des Deals verpflichtet sich Meta, sämtliche operativen Verbindungen und Datenflüsse mit China zu kappen und die chinesischen Investoren auszuzahlen.
Der Deal wird weiterhin vom CFIUS (Committee on Foreign Investment in the United States) geprüft. Senator John Cornyn hatte die Investition von Benchmark in Manus bereits kritisiert und sie als amerikanisches Kapital bezeichnet, das einen Gegner subventioniert.
Für Meta konkretisiert diese Übernahme Mark Zuckerbergs Vision von agentischer KI als nächstem Paradigma. Eine Integration ist für WhatsApp, Messenger, Instagram, Facebook und Meta AI vorgesehen, wodurch diese Plattformen von konversationellen Assistenten zu echten „digitalen Mitarbeitern" werden, die für die 3 Milliarden täglichen Nutzer von Meta eigenständig handeln können.
Xiao Hong wechselt als Vice President zu Meta, gemeinsam mit dem Team, und bringt unmittelbare Expertise in einem hart umkämpften Bereich mit.