Langform-Essay von **Shubham Saboo** (X/Twitter), der eine These zur Rolle des Product Managers im Zeitalter der Agenten vertritt: Die nächste entscheidende Fähigkeit ist **nicht Prompt Engineering**, sondern **Loop Engineering** — die Gestaltung eines *Systems, das sich mit jedem Durchlauf verbessert*, statt jedes Mal den perfekten Prompt zu schreiben. Ein **Loop** ist ein wiederholter Zyklus: das ändern, was das Verhalten des Agenten prägt → ausführen → das Ergebnis bewerten → die Änderung beibehalten, wenn die Qualität steigt, sonst zurücksetzen → **das Gelernte kumulieren**, sodass die nächste Version einen Vorsprung hat. Für einen PM ist der Einstiegspunkt nicht Code, sondern die **dauerhaften Artefakte**, die sein Urteilsvermögen kodieren: PRD-Review-Skill, *Summarizer* für Kundengespräche, Bewertungsraster, Launch-Checkliste, Research-Workflow, `CLAUDE.md`, Prompt-Vorlage, Priorisierungsrahmen. Da sie wiederverwendet werden, **kumulieren sich diese Artefakte in beide Richtungen** — und **driften** unbemerkt ab (eine CLAUDE.md, die immer weiter wächst, eine Checkliste, die ignoriert wird…): Das Modell hat sich nicht verschlechtert, die Artefakte sind unbeobachtet abgedriftet. Ein Loop besteht aus **5 Teilen**: Trigger, Aktion, **Nachweis**, Gedächtnis, **Abbruchbedingung** (die wichtigste). **Evals** werden zur PM-Arbeit (das Artefakt anhand bekannter Beispiele testen: 3 gute / 3 schlechte PRDs, 5 verstandene Gespräche, 2 vergangene Launches). Das **Gedächtnis** liegt auf **GitHub** (das Repo wird zum "Produktgedächtnis": Commits, Diffs, Eval-Ergebnisse, Entscheidungsprotokoll, Rollback). Empfohlener erster Loop: ein **wöchentlicher Product-Signal-Loop** (jeden Freitag). Der Geschmack bleibt zentral — braucht jetzt aber **Nachweis**. Zitiert Boris (Schöpfer von Claude Code): "er schreibt keine Prompts mehr, er schreibt Loops."
SFEIR-Artikel (auf Französisch), das einen **KI-gesteuerten SDLC in 11 Phasen (0 bis 10)** formalisiert und argumentiert, dass sich die Branche darauf zubewegt. Ausgangsbeobachtung: 2025 fügten Organisationen KI-Tools hinzu, ohne ihr Betriebsmodell zu transformieren — was ein Paradox erzeugt: « alles ändert sich… und nichts ändert sich » (die Ausführungsgeschwindigkeit vervielfacht sich ohne proportionalen Gewinn). Die eigentliche Antwort liegt nicht in der Wahl der Tools, sondern in der **Neugestaltung des Zyklus** für die maschinelle Ausführung. Der SFEIR-Zyklus stützt sich auf **drei unveränderliche menschliche Gates** (Define, Plan, Ship), automatische Phasen dazwischen sowie **zwei Kapitalisierungsmomente** (Compound-1 vor der Bereitstellung, Compound-2 in Produktion), die Lehren in wiederverwendbare Regeln umwandeln. Drei Prinzipien: **KI führt aus** (vollständige Artefakte + Ausführungsnachweis, ohne den eigenen Angaben des Agenten je zu vertrauen), der **Mensch behält die Kontrolle über die Absicht**, das **System lernt kumulativ**. Gemessene Ergebnisse (Neugestaltung 6 Monate→1 Tag, **−30 % der Iterationen** nach zehn Zyklen) sowie eine behauptete Konvergenz mit ADLC, Google und DORA 2025.
Sechste Folge zum ADLC: Williams beschreibt die P7-Phase „Distill“ als die Komponente, die bei jedem Durchlauf die Kosten senkt. Zwei Hälften: Vereinfachung nach dem Merge (Ableitung, nachdem der Code existiert, nicht vorher — „vor dem Entstehen des Codes zu deduplizieren ist spekulativ“) und Lessons Mining (eine „Lesson Foundry“ verwandelt wiederkehrende Befunde in Lint-Regeln, Skills und neue Interrogation-Fragen). Jede Lektion wird einmal bezahlt und danach von teurer probabilistischer Erkennung zu kostenloser deterministischer Prävention degradiert. Die richtige Recheneinheit ist „Kosten pro gemergter, verifizierter Änderung“, und „flache Kosten sind ein Scheitern“.