Dieses Recherchedokument analysiert Plakar, ein französisches Open-Source-Backup-Startup, das im September 2024 in Paris von Julien Mangeard (ehemaliger CTO von Veepee) und Gilles Chehade (Schöpfer von OpenSMTPD) gegründet wurde. Nach einer Finanzierungsrunde über 3 Millionen Dollar im Mai 2025 mit namhaften Investoren (Olivier Pomel von Datadog, Solomon Hykes von Docker) trat Plakar im Januar 2026 der Linux Foundation und der CNCF bei.

Die Architektur ruht auf drei Schichten: einer unveränderlichen, parallelisierten Speicherschicht, einer Repository-Schicht, die lokale Kompression und Verschlüsselung mit einem Index zur Deduplizierung übernimmt, und einer Snapshot-Schicht, die Daten über ein virtuelles Dateisystem organisiert, das auf einem angepassten B+-Baum basiert. Die Kloset-Engine bildet den technologischen Kern mit ihren Prinzipien der unveränderlichen Speicherung, selbstbeschreibender Snapshots, modularer Konnektoren und kryptografischer Auditierbarkeit.

Der FastCDC-Algorithmus erreicht 8.149 MB/s gegenüber 614 MB/s bei Restics Rabin, also 13-mal schneller. Die Kryptografie wurde im Februar 2025 von Jean-Philippe Aumasson auditiert, mit dem Ergebnis eines "kryptografisch soliden Designs". Die Post-Audit-Algorithmen umfassen Argon2id zur Passwortableitung (256 MB Speicher), AES-256-GCM-SIV, resistent gegen Nonce-Fehler, und BLAKE3 für das Hashing.

Das im Juni 2025 angekündigte .ptar-Format modernisiert tar (1979) mit wahlfreiem Zugriff, nativer S3-Unterstützung und Deduplizierung. Ein anschaulicher Test: Das zweimalige Archivieren von 8,8 GB ergibt 18 GB mit tar.gz gegenüber 8,2 GB mit .ptar.

Die Benchmarks beanspruchen eine 60-fache Verbesserung bei S3 (14 Minuten auf 13 Sekunden) und eine Speicherreduzierung von 91,4 % durch Deduplizierung (327 GB → 28 GB bei 10 Backups). Gegenüber Restic (27.000 GitHub-Sterne) bietet Plakar eine integrierte Weboberfläche und eine nicht blockierende Garbage Collection. Gegenüber Borg bietet Plakar native S3-Unterstützung (Borg erfordert SSH) und eine einfachere Lernkurve.

Die ISC-Lizenz (im OpenBSD-Stil) garantiert eine dauerhafte Bindung an Open Source. Die französische Medienberichterstattung ist begeistert (Korben: "zerlegt Restic und Borg"), doch das Fehlen internationaler Berichterstattung (Deutschland, Niederlande, Japan) spiegelt den jungen Charakter des Projekts wider.

Für Organisationen mit S3/AWS-Ausrichtung und DevOps-Teams, die eine souveräne französische Lösung suchen, verdient Plakar eine ernsthafte Prüfung, mit einer empfohlenen Testphase für unkritische Workloads, während das Ökosystem noch reift.