Dieses GitHub-Repository bietet eine Reihe von Richtlinien für Claude Code, inspiriert von den Beobachtungen Andrej Karpathys zu den Grenzen von LLMs in der Softwareentwicklung. Mit über 3.400 Stars innerhalb weniger Tage adressiert es offensichtlich ein Bedürfnis innerhalb der Community.

Identifizierte Probleme: Karpathy beobachtete, dass Modelle dazu neigen, fehlerhafte Annahmen ohne Überprüfung zu treffen und sich „in eine Richtung zu bewegen“, ohne ihre Prämissen zu validieren. Sie überkomplizieren häufig Lösungen und erzeugen unnötige Abstraktionen, wo einfache Ansätze ausreichen würden. Schließlich verändern oder entfernen sie manchmal Code, den sie nicht vollständig verstehen, selbst wenn dieser nichts mit der gestellten Aufgabe zu tun hat.

Vier Grundprinzipien:

Das erste Prinzip, „Think Before Coding“, verlangt, Annahmen explizit zu machen und klärende Fragen zu stellen, anstatt zu raten. Im Fall von Mehrdeutigkeit sollen mehrere tragfähige Ansätze vorgelegt werden. Bei Verwirrung soll innegehalten und diese anerkannt werden.

Das zweite Prinzip, „Simplicity First“, schreibt vor, den minimalen Code zu schreiben, der ausschließlich das Angeforderte adressiert. Spekulative Funktionen, unnötige Abstraktionen und nicht angeforderte Konfigurierbarkeit sind zu vermeiden. Fehlerbehandlung für unmögliche Szenarien wird entfernt. Der Test: Würde ein erfahrener Entwickler diesen Code als überkonstruiert betrachten?

Das dritte Prinzip, „Surgical Changes“, begrenzt Änderungen auf Code, der direkt mit der Anfrage des Nutzers zusammenhängt. Bestehender Stil und Kommentare werden beibehalten. Bereits vorhandener toter Code wird nur auf ausdrückliche Anfrage entfernt.

Das vierte Prinzip, „Goal-Driven Execution“, wandelt Aufgaben in spezifische, überprüfbare Erfolgskriterien um. Anstatt „Validierung hinzufügen“ zu formulieren, lautet die Anweisung „Tests für ungültige Eingaben schreiben und diese anschließend bestehen lassen“. Es werden kurze, nummerierte Pläne mit Verifizierungsschritten verwendet.

Zentrale Erkenntnis: Modelle zeichnen sich darin aus, „so lange zu iterieren, bis spezifische Ziele erreicht sind“. Anstatt imperative Anweisungen zu erteilen, werden klare Erfolgskriterien definiert, und das System iteriert auf diese Ziele hin.

Installation und Nutzung: Das Repository kann als Claude-Plugin (claude plugins add) installiert oder als projektspezifische CLAUDE.md-Datei heruntergeladen werden. Die Richtlinien sind dafür konzipiert, mit projektspezifischen Regeln zusammengeführt zu werden.

Erfolgsindikatoren: Diffs enthalten nur die angeforderten Änderungen, Code vermeidet beim ersten Versuch unnötige Komplexität, klärende Fragen gehen der Implementierung voraus, und Pull Requests bleiben fokussiert, ohne themenfremdes Refactoring.

Vorbehalt: Diese Richtlinien priorisieren Präzision vor Geschwindigkeit. Für triviale Änderungen (Tippfehler, offensichtliche Einzeiler) wird gesunder Menschenverstand statt vollständiger Strenge angewendet.