Der DORA-Report 2025 untersucht die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Softwareentwicklung und zeigt, dass KI als „Verstärker“ bestehender Teamdynamiken wirkt. Gestützt auf mehr als 100 Stunden qualitativer Forschung und knapp 5.000 Befragungen von Technologie-Fachkräften hebt der Report hervor, dass leistungsstarke Teams KI nutzen, um noch effektiver zu werden, während Teams mit Schwierigkeiten ihre bestehenden Herausforderungen durch die KI-Einführung verstärkt sehen.

Zu den zentralen Erkenntnissen der Untersuchung zählt eine nahezu universelle KI-Adoption: 90 % der Befragten nutzen mindestens eine Plattform, und mehr als 80 % sind der Ansicht, dass KI ihre Produktivität steigert. Der Report führt ein „DORA AI Capabilities Model“ ein, das sieben Team-Archetypen identifiziert, die von „grundlegenden Herausforderungen“ bis zu „harmonischen Spitzenleistern“ reichen.

Diese Typologie ermöglicht es Organisationen, sich auf einem Reifegrad-Kontinuum zu positionieren und für ihre jeweilige Situation spezifische Verbesserungshebel zu identifizieren. Die leistungsstärksten Teams übernehmen nicht einfach nur KI-Tools; sie kultivieren ein technisches und kulturelles Umfeld, das ihre optimale Nutzung begünstigt.

Die Forschung betont, dass der Wert von KI nicht in den Werkzeugen selbst liegt, sondern in den technischen Praktiken und dem kulturellen Umfeld, das sie umgibt. Sieben kritische Fähigkeiten wurden identifiziert, die die positive Wirkung von KI auf die Organisation verstärken: Klarheit der KI-Richtlinien, Anbindung an den internen Kontext, Investition in grundlegende Praktiken, Nutzerorientierung, Platform Engineering, eine Kultur des kontinuierlichen Lernens sowie Ergebnismessung.

Der Report legt besonderen Wert auf die Bedeutung von Platform Engineering als Fundament zur Erschließung des Potenzials von KI. Organisationen, die in robuste interne Plattformen investiert haben, sind besser positioniert, um KI-Fähigkeiten zu nutzen, da sie bereits über die erforderliche Infrastruktur, Prozesse und Kultur verfügen.

Ein entscheidender Punkt des Reports ist, dass KI dysfunktionale Teams nicht repariert – sie verstärkt, was bereits vorhanden ist. Ein Team mit schlechten Entwicklungspraktiken, nicht vorhandener Dokumentation oder einer Silokultur wird diese Probleme durch die KI-Einführung verschärft sehen. Umgekehrt wird ein Team mit soliden technischen Grundlagen und einer kollaborativen Kultur seine Fähigkeiten vervielfacht sehen.

Der Report empfiehlt Führungskräften, die KI-Einführung als organisatorische Transformation zu behandeln, nicht lediglich als Tool-Bereitstellung. Dies umfasst die Klärung von Richtlinien zur KI-Nutzung, die Anbindung von KI an den internen Kontext des Unternehmens sowie Investitionen in grundlegende Praktiken der Softwareentwicklung.

Abschließend liefert der DORA-Report 2025 eine strategische Roadmap für Organisationen, um von der einfachen KI-Adoption zur tatsächlichen Erschließung ihres transformativen Potenzials überzugehen, wobei organisatorische Fähigkeiten gegenüber technologischen Werkzeugen priorisiert werden.